Film & Fernsehen

FFS: 1. Verhandlungsrunde - ver.di fordert Erhöhung der Wochengagen um 50 und 3,5 % ab 2012

(Berlin, 13. Oktober 2011) Die Tarifrunde für Film- und Fernsehschaffende ist am 12. Oktober gestartet. Die ver.di-Verhandlungskommission, zusammen mit Vertretern der Kooperationspartner Bundesverband Filmschnitt - Filmeditor (BFS) und Berufsvereinigung Filmton (bvft) sowie vom Bundesverband Film- und Fernsehschauspieler BFFS als Gastteilnehmer, hat der Produzentenallianz die Tarifforderungen mit Schwerpunkt auf kräftigen Gagenerhöhungen vorgelegt.

Die Produzentenseite hat selbst keine Tarifforderungen vorgelegt, aber erste Vorstellungen zu den Forderungen der Arbeitnehmerseite genannt. Grundsätzlich ist die Produzentenallianz damit auch bereit, ohne Veränderungen im Manteltarifvertrag eine auf Gagenerhöhungen begrenzte Tarifrunde zu führen. Nach drei Stunden wurde die Verhandlung auf den 25. Oktober vertagt.

Im Verlauf der Verhandlungsrunde hat ver.di die Forderungen zur Erhöhung der Wochengagen um einen Sockelbetrag von 50 und zusätzliche 3,5 % ausführlich erläutert. Um die spezialisierten und hochflexiblen Filmprofis, die in nur für wenige Wochen andauernden Filmprojekten beschäftigt werden, angemessen zu vergüten, seien im Vergleich zu anderen Branchen überdurchschnittliche Tariferhöhungen nötig. Ansonsten sei bei zurückgehender Auftragslage und anhaltendem Kostendruck für Filmschaffende kein ausreichendes Einkommen zu gewährleisten.

"Deshalb legt ver.di die absolute Priorität in der laufenden Tarifrunde auf Gagenerhöhungen. Vor anderen Problemen brennt den Filmschaffenden die deutliche Steigerung der Gagen unter den Nägeln. Wenn wir dies erreichen, könnte auch eine unveränderte Verlängerung des Manteltarifvertrages akzeptiert werden", erklärte Matthias von Fintel als ver.di-Verhandlungsführer.

Die Produzentenallianz entgegnete zu den ver.di-Forderungen, dass sie in der Höhe nicht akzeptiert werden könnten und dass deshalb darüber verhandelt werden müsse, ob die Gagenerhöhungen auf mehrere Stufen und eine längere Laufzeit als 12 Monate verteilt werden könne. Zudem sei eine Tariferhöhung mit Wirkung ab dem Januar 2012 schwerlich in bereits kalkulierten Filmprojekten umzusetzen und solle möglichst erst ab Juli 2012 eintreten.

Zusätzlich zu den Tariferhöhungen hat ver.di gefordert, dass weitere Berufsgruppen und Tätigkeiten aus dem Bereich Licht, Kamerabühne und Tonschnitt in die Gagentabelle aufgenommen werden. Dies hat die Produzentenallianz zunächst abgelehnt, die Produzentenvertreter wollten dies aber noch überprüfen. Zur von ver.di beabsichtigten Klarstellung im Tarifvertrag für Kleindarsteller/Komparsen wurden noch keine inhaltlichen Verhandlungen geführt. Das Ziel soll dabei sein, eine klarere Abgrenzung zu schauspielerischen Leistungen zu schaffen.

Im Zusammenhang damit steht, dass ebenfalls am 12. Oktober zu einem noch nicht existierenden Gagentarifvertrag für Schauspielerinnen und Schauspieler mit der Produzentenallianz die Verhandlung fortgesetzt wurde, in der BFFS und ver.di eine Gagenhöhe für Berufseinsteiger und damit die Eindämmung eines fortschreitenden Gagenverfalls erreichen wollen.

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